Wiedermal war es soweit- 3 Wochen Urlaub standen an
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Wir packten unsere Sachen und es ging ab in den Süden.
Doch diesesmal wollten wir es wieder etwas gemütlicher angehen.
Kurzerhand wurde das Wohnmobil für 6 Personen bepackt. Der Hänger, beladen mit Lothars R1, meiner Honda CBR 600 und Ninas Suzuki GS 500 E, wurde angehangen und es konnte losgehen.
Ronny mit seiner R1 und Jörg mit der neuen Honda CBR 600 fuhren schon vor.
Der Platz auf dem Campeggio Al Censo im Tessin war gebucht. Es konnte also nichts mehr schiefgehen.
Die Fahrt verlief wie geplant und der alte Fiat Ducato/Diesel mit 75 PS, kämpfte sich die Autobahn entlang. Vor uns lagen erstmal 670 Kilometer. Auf der Sauerlandlinie viel teilweise unsere Geschwindigkeit an einigen Steigungen auf bis zu 60 km/h ab. Wir waren nicht die Schnellsten, aber wir hatten ja auch genug Zeit. Es ging erstmal bis kurz vor Basel, genauergesagt bis Rheinfelden auf der Deutschen Seite.
Nach 8 Stunden Fahrt, bei einer Geschwindigkeit von nun um 100km/h kamen wir bei Freunden kurz vor der Schweizer Grenze an. Unsere beiden Biker, Ronny und Jörg erwarteten uns auch schon. Dort konnten wir das Wohnmobil auf dem Parkplatz zum übernachten stehen lassen. Am anderen Tag in der Frühe ging es ausgeruht weiter. Vor uns lagen nur noch ca. 250 Kilometer bis ins Tessin.
Unsere Fahrt ging weiter Richtung Gotthard. Nun hatte der Ducato wiedermal zu kämpfen. Schließlich hangen hinten ca. 1000 Kg dran, die gezogen werden wollten. Er gab Alles, jedoch kamen wir gerade auf 50/60 km/h, was in der bergigen Landschaft nicht mehr ganz so lustig war.
Nun noch durch den ewig langen Gotthardtunnel mit seinen 16,8 Km, der mir persönlich immer tiefste Ängste bereitet.
Am Tunnelausgang schicke ich jedesmal ein Stoßgebet gen Himmel und ich war dann froh, endlich wieder Tageslicht zu sehen. Noch ca.50 Kilometer und wir waren am Ziel.
Der Urlaub fing endlich an! Nach dem Abladen der Bikes und dem Aufstellen des Ducato (die treue Seele), fühlte man sich bereits richtig heimisch.
Schließlich konnten die ersten Touren beginnen.
Durch das ca. 50 km lange Maggiatal (Valle Maggia), das schon fast wild und urwüchsig erscheint.
Bezeichnent sind dort die alten, aus Felssteinen erbauten Häuser, die Rusticos.
Der Fluß Maggia, mit einer Länge von 56 Kilometern, entspringt aus dem Lago del Nare`t. Südwestlich von Locarno mündet er in den Lago Maggiore.
So verlockend auch das Flußbett bei Trockenheit anzuschauen ist und dazu verleitet es zu durchwandern, oder es einen dazu hinreißen läßt, in der Maggia zu baden , so gefährlich ist es auch!
Innerhalb kürzester Zeit kann er, bei bestimmter Wetterlage, zu einem reißenden Fluß werden.
Desöfteren gab es aus dem Grund schon tödliche Unfälle durch Ertrinken.
Wir gaben uns damit zufrieden, zum Sambuco Staudamm zu fahren. Der sehr eindrucksvoll, aber recht bedrohlich wirkte.
Über Olivone nach Aquacalda zum Lucomagno. Grimsel-, Furka-, Susten-, Oberalp-, Nufenen-, Simplon- und Gotthardpass ließen wir, wie immer, natürlich nicht aus.
Touren nach Ascona, Locarno zum Lago Maggiore und Umgebung.
Das Calancatal, (Val Calanca), ca. 10 km nordöstlich von Bellinzona, darf man nicht auslassen. In Bodio kann man herrlich im Fluss -direkt unter einer riesigen Felswand- im naturbelassenen Becken der eiskalten Calancasca, badengehen.
Zu uns gesellte sich für ein paar Tage ein netter Schweizer mit seinem Sohn. Beide waren mit einem ganz besonderen Gefährt unterwegs.
Eine alte Wehrmachts - Zündapp, die von Grund auf original restauriert war.
Weitere Touren von Locarno ins Centovalli Richtung Domodossola. Eine äußerst kurvenreiche Strecke, die jedoch sehr zügig zu fahren ist. In der Ortschaft Re, mittlerweilen Italien, legten wir eine längere Rast ein. Dann ging es weitere kurvenreiche 38 Kilometer Richtung Domodossola. Von dort aus in Richtung Brig. Durch das Val Divedro in Italien, zur Gondoschlucht in der Schweiz.
Zur Simplonpasshöhe mit 2005m mit gut ausgebauter Straßenführung. In Brig angekommen, ging es weiter durchs Rhonetal über den Nufenenpaß mit 2886 m, zurück nach Bellinzona.
Aber wir waren nicht immer nur mit den Bikes unterwegs.
Zu Fuß kann man das Tessin natürlich erst richtig genießen. Durch die beschaulichen kleinen Ortschaften mit ihren Tessiner Patrizierhäusern und schmalen Gassen. Alte Rusticos mit den wunderschönen Gärten in denen sich auf den Trockenmauern die Eidechsen sonnen.
Genauso schön ist auch ein Bummel durch Bellinzona, von Claro ca. 5km entfernt, mit seiner alten Festungsmauer, die Burg Sasso Corbaro, das Castello Montebello, eine wunderschöne alte Burg in der sich ein archäologisches Museum befindet und das Castelgrande.
Oder einfach mal auf der Promenade am Lago Maggiore spazieren gehen und die herrliche Pflanzenwelt genießen.
Ob die aus Ostasien stammenden Kamelien, die an den Seen blühen, oder verbreitet im Tessin zu sehende Feigen-, Aprikosen-, Kiwi- oder Mandelbäume. Ganz besonders schön sind die riesigen Palmen, die allerorts wachsen.
Selbstverständlich wurde auch mal so richtig gefaulenzt. Einfach mal am Pool liegen und die Sonne genießen. Schließlich waren es ja auch immer so um 33 Grad im Schatten. Da kommt man dann im Lederkombi doch ganz schön ins schwitzen.
Auch diese Drei Wochen vergingen wiedermal viel zu schnell
und somit verabschiedeten wir uns von Familie Böni und Peter wünschte am Ausgang nochmals eine gute Heimreise.
Jedoch hatten wir nicht mit dem schlechten Wetter bei uns zu Hause gerechnet und somit waren Lothar und ich 14 Tage später wieder zurück in Claro.
Da der gute alte Ducato ja noch eingeräumt war, unsere beiden Bikes noch auf dem Hänger, konnte es wieder losgehen.
Wir machten noch so einige Touren mit den Bikes.
Es ging zum Comer See, Mezzola See, Luganer See, und das alles bei 34 Grad im Schatten. Weitere Tagestouren bis Davos und St. Moritz.
Zum Splügenpass, der mir übrigens sehr gut gefällt, zum Lucomagno, an dem man auf einladenden Wiesen an kleinen Bächen sonnenbaden kann um anschließend mit dem Bike bis zur Passhöhe weiterzufahren.
Quer durch das Valle Osernone, wiedermal in der alten Osteria in Mosogno im Biergarten sitzen.
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Wir ließen es uns auf dem Campingplatz in der Sonne gutgehen. Oder gingen zum Fluß, dem Ticino, der von der Schweiz nach Norditalien fließt und auch dem Kanton Tessin seinen Namen gab. Er entspringt beim Nufenenpass und mündet in den Lago Maggiore. Von dort aus fließt er in Italien durch die Poebene und mündet in Pavia in den Po. Seine Gesamtlänge beträgt 248 Kilometer.
Oberhalb des Campeggio Al Censo befindet sich ein Wasserfall, den man zu Fuß in einem 1 std. Marsch, quer durch den Wald erreichen kann.
Oben angekommen, erwartet einen ein einsames Plätzchen. Im Schatten gelegen ein wunderschöner Anblick von rauschendem Wasser welches sich über ausgewaschenes Urgestein hinab ins Tal stürzt.
Auch hat man von dort oben einen herrlichen Blick ins Tal und man erkennt sogar den Pool vom Campeggio.
Nach vielen gefahrenen Kilometern und Fußmärschen durch die Wälder kam nun doch das Ende dieses wiedermal herrlichen 14 tägigen Urlaubes.
Man muß sich schon von dort losreißen, so faszinierend ist das Tessin mit seinen unzähligen Schönheiten.