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Diese erlebte Geschichte handelt nicht unbedingt vom Motorradfahren, ist aber in einem unserer Urlaube im Calancatal in der Schweiz genauso passiert und mir unvergessen geblieben!
Ich möchte sie hier einmal erzählen, da so etwas fast unglaublich, aber wahr ist und auch einen etwas spaßigen Hintergrund hat!
Die unglaubliche Geschichte einer aussergewöhnlichen Begegnung
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Wie oben schon erwähnt, war es in einem unserer Urlaube in der Schweiz, als es uns mal mit dem Auto, statt dem Motorrad, wegen des heißen Wetters wiedereinmal ins Calancatal -eines der abgelegensten, schönsten Bergtäler der Schweizer Alpen - verschlug. Dort haben wir so einige Stellen an der Calancasca - ein wunderbarer, eiskalter Fluß, der quer durch das Calancatal fließt, wo wir schon desöfteren an sehr heißen Tagen am Flussufer liegen und es uns gut gehen lassen. An der steilen Strasse zwischen Roveredo und Buseno stand am Strassenrand ein sehr alter Mann.
Uns war klar : dem Mann muß geholfen werden!
Da staunten wir nun mal nicht schlecht! Er bat uns in sein Haus und ging vor zu seiner Praxis. Ich hoffe nur, daß er nicht meinen erstaunten Gesichtsausdruck gesehen hat!
Denn mein erster Gedanke war: Himmel, hier hat wohl schon Albert Schweizer gelernt!
Nun, er schaute mich von oben bis unten genauestens an und erklärte mir daß meine linke Hüfte nicht in Ordnung wäre, das Bein also etwas kürzer als das Andere. Das wußte ich zwar schon vorher, aber erstaunt war ich trotzdem!
Nun bat er mich in meine rechte Hand eine Flasche mit einem Medikament zu nehmen und sie an meinen Brustkorb zu halten, die linke Hand auszustrecken, was ich auch brav tat - schon aus Neugier, was nun wohl passieren würde. Er drückte mit seinem Finger auf meine ausgestreckte Hand und diese senkte sich - natürlich, was auch sonst. Was hatte ich sonst erwartet?
Nein, dieses Medikament ist nicht gut für Dich, es wird nicht helfen, da sich der Arm gesenkt hat, meinte er kopfschüttelnd und holte eine andere Flasche mit einem Medikament aus dem wohl schon hundert Jahre alten Schrank.
Nun nochmal die selbe Prozedur. An den Brustkorb halten, linken Arm ausstrecken...Er drückte nun wieder auf meinen ausgestreckten Arm und.....Der Arm blieb starr oben!
Das ist das Richtige, es wird Dir helfen, meinte er. Er rieb mir den Rücken damit ein und meinte dann plötzlich zu mir:
Ich werde nun durch HANDAUFLEGEN Deine Schmerzen wegnehmen....
Nun konnte ich mir das Grinsen nur schwer verkneifen. Aber dann geschah etwas Merkwürdiges: Es wurde nicht nur warm auf dem Rücken und eine innere Ruhe entspannte mich, sondern die Schmerzen waren WEG!
Ich sehe, wie Ihr gerade mit dem Finger an Eure Stirn tippt - Aber es ist wirklich wahr!
Nun erklärte er uns dann, man solle auch in der Apotheke jedes Medikament auf die selbe Weise ausprobieren, wie er es getan hat!
WIR ERINNERN UNS:
Medikament mit der rechten Hand an den Brustkorb drücken - den linken Arm ausstrecken- dann noch den Apotheker fragen ob er mit dem Finger mal den Arm versucht zu senken....
Na ja - außer zu denken, man hätte einen an der Waffel, kann ja eigendlich dabei auch nichts weiter passieren!!
ABER NEE, NEE, DAS VERGESSEN WIR DANN MAL DOCH GANZ SCHNELL!!
Aber was soll ich sagen, die starken Rückenschmerzen waren wirklich verschwunden!
Aber sehr gerne nehmen wir das Angebot an! Zu einem Rotwein gab es aus dem eigenen Garten einen bunten Salat, der war so bunt, daß ich mich nicht gewagt habe zu fragen, was denn da so alles drin ist! Die Vorstellung eines Großstädters ist nun mal eine Andere als die eines solchen gesundheitsbewußtem Menschen aus dieser Abgeschiedenheit! Ich bin mir sicher, daß die einzelnen Zutaten ein Vitaminschock für unseren Magen waren.
Aber wir waren ganz tapfer und zum Abschluß lud er uns noch ein mit ihm zusammen auf den Berg zu gehen um uns seine Berghütte zu zeigen, die CA - ANNA auf 1456 m ,( MONTI DI ARVIGO: ör de sot fondazione don enrico von däniken per la gioventù ). Sie sei übers Jahr zu vermieten. Wir vergaßen ganz und gar warum wir eigendlich ins Canacatal wollten und sagten zu!
Dort oben kannst du die Berghütte sehen.
Ganz oben am Berg, meinte er und zeigte auf den schräg gegenüberliegenden Berg. Der war verdammt hoch und ganz ehrlich - nix habe ich gesehen! Jedoch vesprach es noch ein ganz interessanter Nachmittag zu werden, da wir wirklich wunderbare Gespräche mit ihm führen konnten und die Sympathie wie ein Funken übersprang. Langsam schämte ich mich selber, ihn anfangs so verkannt zu haben, als er dort am Wegesrand stand! Also zogen wir, in freudiger Erwartung auf das, was da noch auf uns zukam, im Schlepptau eines 80 Jahre alten katholischen Pfarrers auf einen Berg der mir vor kam, wie der Mount Everest!!
Unterwegs erzählte er uns dann, er hätte auch eine Fahrerlaubnis. Aber er hätte sie vor kurzem selbst abgegeben, da man ihn schon einige Male angehalten hätte, weil er beim Fahren immer eingeschlafen sei!! DAS glaubten wir ihm nun auf's Wort!!
Also kraxelten wir Drei, immer voran Don Enrico, über schmale Pfade, quer durch den Wald diesen verflixt hohen Berg hinauf. (7 km !) Wie weit es denn wohl noch ist, wollten wir nach geraumer Zeit wissen.
Wir sind gleich da....,kam die lachende Antwort. Zwischenzeitlich bückte er sich immer wieder um irgendwelche Pflänzchen vorsichtig zu berühren und mit Erklärungen der einzelnen Kräuter, die am Wegesrand standen,wie:
Trocknen lassen und mit heißem Wasser aufgießen, gut gegen dies und jenes - und dergleichen!
Wir kamen höher und höher, aber es war kein Ende abzusehen. Nach einer guten Stunde quer durch den Wald und immer stramm bergauf war die Berghütte endlich in Sicht!
Dort oben auf 1456 Metern stand sie nun, die Berghütte ( CA - ANNA 1456 m, MONTI DI ARVIGO), Unterkunft für kleine Wandergruppen auf der Maiensäss,
oberhalb von Arvigo, die zwischenzeitlich von den Förstern als Übernachtungsmöglichkeit diente.
Schon kam uns ein neuzugezogener Nachbar einer nebenliegenden Berghütte entgegen, der auf halb italienisch und halb Deutsch ehrführchtig erlärte, daß diese Hütte Don Enrico gehöre und wir nicht dort hinein könnten! Das wäre ein Altpfarrer, Naturheiler und eine Legende im Tal und er wolle ihn auch unbedingt mal aufsuchen! Schmunzelnd klärte Don Enrico ihn über seine eigene Anwesenheit auf und schon hatte er in diesem Manne einen neuen Kranken, der auf seine Heilung hoffte. Auch ihm versprach er schnelle Hilfe in seiner Praxis!
Uns konnte nun, nach diesem Gewaltmarsch nichts mehr erschüttern. Wieder ging es im strammen Marsch bergauf, an Abgründen und unwegsamen Gelände vorbei, 20 Gehminuten bergauf. Jedoch kam mir unterwegs der Gedanke: Was kann uns denn passieren mit einem frommen Mann im Schlepptau?!
Als ob er von einem ganz entspannten Spaziergang käme, balancierte Don Enrico über den dort quer über den Wasserfall liegenden Baumstamm auf die andere Seite! Na kommt doch mit rüber, forderte er uns auf. Doch soweit geht mein Glaube an die Unsterblichkeit nun auch nicht und wir blieben wie angewurzelt in vermeintlicher Sicherheit stehen.
Endlich oben am Wasserfall angekommen, mittlerweilen völlig ausser Atem und Fußkrank erwartete uns ein grandioser Anblick von sich wild herabstürzendem Wasser auf einer Höhe, die mir die Übelkeit in die Magengegend drückte.
Doch wie eine junge Gemse kraxelte er weiter und weiter an dem Wasserfall hinauf, um in einem weit oben gelegenen angestautem Wasser ein erfrischendes Bad zu nehmen. Mir stockte bei dem Anblick der Atem. Weniger wegen des eiskaltem Wassers als in anbetracht der schwindelerregenden Höhe auf der wir uns befanden! Mir blieb nur zu sagen: Wenn er abstürzt, glaubt uns sicher kein Mensch, daß es ein Unglück war! Erfrischt und mit einem Blumensträuschen in der Hand kraxelte er zu uns herunter und war sichtlich erfreut, uns dieses Abenteuer geboten zu haben. Das Blumensträuschen entpuppte sich jedoch als wilder Tymian, der dort auf dem Berg wächst, mit der Anweisung es zu trocknen und als Tee aufzubrühen.
Erleichtert, ihn wohlbehalten unten zu wissen, begannen wir mit dem doch etwas beschwerlichen Abstieg. Für UNS beschwerlich! Er schien keine Ermüdungserscheinungen zu spüren und sprühte immer noch voller Elan.
Mittlerweilen war der Tag fast herum und ehrlich gesagt, wir waren ganz schön geschafft! Wieder angekommen in Selma, an seinem Haus, bedauerte er unsere Entscheidung wieder fortzufahren zu unserem eigendlichen Urlaubsort in Claro. Sein strahlendes Gesicht, als er uns sagte, daß es auch für ihn ein wunderschöner Tag war, habe ich bis Heute nicht vergessen!
Auch für uns war es ein wunderbarer, unvergessener Tag. Ich muß oft an ihn denken, denn man trifft nicht oft im Leben so einen wunderbaren, aussergewöhnlichen Menschen! Es war mit Abstand einer der schönsten und interessantesten Urlaubstage.
Aber die Moral von der Geschichte:
Schaue niemals auf das Äußere eines Menschen, er könnte im Inneren sehr wertvoll sein!
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