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    August 2006


    Mit Wasserflöhen in den Alpen

     


 

Oder- Wie man Schicki-Micki-Urlaubern die Alpen schmackhaft macht....

Auch die von Sonne, Sand und Meer besessenen Wasserflöhe kann man in der Tat von dem Reiz der Alpen und den dazugehörenden Passfahrten samt Gekraxel in den Bergen überzeugen!

Wiedereinmal war unser Motorradurlaub in den Schweizer Alpen geplant und Susanne und Eddy schlossen sich mit Begeisterung an. Nun- die Schweizer Alpen sind nicht Antalia oder Malle....Aber da kann man ja auch nicht so phantastisch Motorradfahren und genau das wollten die Zwei aber diesesmal mit Elan und vollem Einsatz angehen. Eddy- ein kurvenfanatischer Yamaha YZF R1 Fahrer kam ja schon einmal in den Genuß die Kurven in den Österreichischen Alpen mit Lothar zu erkunden. Diesesmal reizten ihn die Pässe in der Schweiz, von denen wir nun schon so oft begeistert erzählten.

Susanne, ein liebenswertes, zierliches Persönchen, gewohnt auf sämtlichen Treffs mit ihrer 600 Suzuki Bandit aufzutauchen, war von dieser Idee erstaunlicher Weise auch sofort begeistert. Die Alpen kannte sie bis dahin jedoch nur aus diversen Heimatfilmen.

Heidi läßt grüßen...

Die vor ihnen liegenden 800 Kilometer- im Regen- sollten ihnen noch vorkommen wie eine unendliche Geschichte...

Nun- wir Beide starteten schon eine Woche eher los Richtung Schweiz. Sozusagen "Huckepack" unsere Bikes und den Opel Astra Kombi voll bepackt. Wir nahmen auch von unseren Freunden den größten Teil ihres Gepäcks mit, damit sie nicht die Motorräder so schwer bepackt haben, wenn sie nachkommen. Jedoch gleich hinter der Grenze in Rheinfelden kam es zur ungewollten Pause. Ein Reifen des Hängers qualmte - wir hatten einen "Platten"!

Mit reichlich Verspätung kamen wir in Baar an. Baar liegt nördlich der Stadt Zug. Zug wiederum ist ein Kanton im Zentrum der Schweiz, mit einer Fläche von 239 km² übrigens der kleinste Ganzkanton der Schweiz.

Unsere Freundinnen Romy und Mariteres erwarteten uns dort schon mit Ungeduld. Erstmal noch gemeinsam ein paar Urlaubstage genießen und die Umgebung erkunden..... bevor die Schweizer in Deutschland und die Deutschen in der Schweiz Urlaub machen....Sie hatten uns ihr Haus liebenswürdiger Weise für unseren Urlaub zur Verfügung gestellt.

Und dieser Ausblick erwartete uns jeden Tag...Im Hintergrund liegen von der Abendsonne angestrahlt die Alpen mit Eiger, Mönch und Jungfrau.

Auf große Tour

Regenkombi an - Sind ja nur noch 800 Kilometer...Regenkombi aus - Ziel in Sicht....Die Erlösung- Ankunft in Baar!

Die Schwielen sind versorgt, die Kombis getrocknet...

Nun kann der Urlaub beginnen...

Nach einem Tag Ruhepause für die arg in mitleidenschaft gezogenen Hinterteile von Susanne und Eddy ging's dann endlich auf Tour. Zum Eingewöhnen für die noch "Passjungfreuliche" Susanne, wurde eine Tagesfahrt über Schwyz am Zuger See entlang- an jeder Milchkanne vorbei- unternommen.

Dieser kleine Vorgeschmack ermutigte sie, mit uns zusammen nun auch anspruchsvollere Touren anzugehen. Nun möchte ich niemanden langweilen mit ausschweifenden Erklärungen der einzelnen gefahrenen Pässe. Das habe ich schon ausreichend in den vorhergehenden Reiseberichten getan!

Jedoch gestattet mir einen kurze Übersicht. Schließlich waren die Beiden ja ausschließlich wegen eben dieser Pässe mitgefahren.- Wenn man nach Paris fährt, will man schließlich auch den Eiffelturm sehen.

Nach kleiner Einweisung für Susanne über das Fahrverhalten auf den Pässen, konnten schließlich Furka - Grimsel - Susten - und auch der Gotthardpass gefahren werden. Nach einiger Überwindung der Höhenangst, angesichts der doch ungewohnten Aussicht und der zum Teil nicht vorhandenen, gewohnten Leitplanken, kam aber dennoch auch Fahrspaß bei Susanne auf.

In Innertkirchen war die erste große Rast mit ausgiebiger "Schnitzelpause". Das Wetter hatte es wirklich gut gemeint, um mit viel Fahrspaß die ca. 150 Kilometer zurück nach Baar zu kommen. Die gesamte Tour betrug an diesem heißen Tag insgesamt 360 schweißtreibende, anstrengende, dennoch wiedermal interessante Kilometer.

Eine ausgesprochene Männer - Tour

Wir Mädels wollten einfach nur mal Sonne tanken. Was macht es denn für einen Eindruck, wenn man ohne die gesunde, frische Bräune aus dem Urlaub nach Hause kommt.

Also gingen die beiden Männer heute mal alleine auf Tour! Wir mußten sie nicht lange überzeugen, diese Tour leider ohne uns machen zu müssen! Das fanden Beide recht schade und bedauerten mit ernster Mine unsere Entscheidung. (Ich möchte wetten, sie hatten dabei die Finger gekreuzt) Wir zogen es jedoch vor, uns einen Kommentar zu sparen...Denn sie hatten sich ganz schön was vorgenommen, an diesem Tag:

Via Landstrasse zum 100 Kilometer entfernten Gotthard, Von dort aus weiter über den Nufenenpass bis nach Ulrichen,welches das älteste Dorf des Obergoms ist.

Es liegt auf 1346 m. ü. M. und ist im Rhonetal eingebettet.

Weiter nach Brig, welches ein deutschsprachiger Kantonsteils im Wallis ist und direkt an der Simplonstrasse liegt. Darum auch die Alpenstadt am Simplonpass genannt.

Von dort aus zur Saltinaschlucht. Die Saltina war früher das erste, nur schwer zu überwindende Hindernis auf dem Weg zum Simplonpass. Bei der späteren Wiederherstellung des damals recht verfallenen Weges, wurden zahlreiche Geländer und Mauern errichtet, wo früher ein tiefer Abgrund gähnte. Schließlich erreicht man die Gondoschlucht.

Weiter über den Simplonpass mit seinen 2006 m. Er ist die Verbindung zwischen Domodossola in Norditalien und Brig im Wallis. Durch das Valle Divedro, in Italien, Richtung Domodossola- eine Stadt in der Provinz Verbano-Cusio-Ossola-, bis Crevoladossola. Bis Masera in Sicht war, eine Gemeinde mit 1257 Einwohnern in der italienischen Provinz Verbano-Cusio-Ossola (VB), Region Piemont.

Schließlich auf die 337, das Val Vigezo, auf der man letztendlich nach ca.52 Km wieder die Schweizer Grenze erreicht. Durch das Centovalli, vorbei am Maggiatal und Verzascatal bis Locarno.

Schließlich auf der Rückfahrt über Bellinzona,- dem sogenannten Herz des Kantons Tessin-, Sammelpunkt der grossen Alpenpässe Sankt Gotthard, San Bernardino und Lukmanier, ging es weiter nach Biasca. Der Ort befindet sich am Eingang zum Bleniotal, 19 km nördlich von Bellinzona. Am linken Ufer des Brenno gelegen. Über den Lucomagno mit 1914 m ü. M.,(italienisch Passo del Lucomagno) ein Schweizer Alpenpass an der Grenze zwischen den Kantonen Graubünden (Gemeinde Medel) und dem Tessin (Gemeinde Olivone). Nun weiter nach Disentis, eine Gemeinde im Bezirk Surselva des Kantons Graubünden in der Schweiz. Dort gabelt sich die Strasse aus Chur zum Lukmanierpass und zum Oberalppass. Richtung Sedrun, dem Hauptort der schweizerischen Gemeinde Tujetsch, er liegt in der bündnerischen Surselva zwischen den Dörfern Camischolas und Bugnei am Vorderrhein.
Schnell noch über den Oberalppass mit seinen 2044 m ü. M. Er verbindet die beiden Schweizer Ortschaften Sedrun in der Surselva im Kanton Graubünden mit Andermatt im Urserental, im Kanton Uri. Von Andermatt durch die Schöllenenschlucht, über den Göschenen, Wassen, Amsteg, über Altdorf nach Schwyz, in der Zentralschweiz, zwischen Zugersee, Vierwaldstättersee und Zürichsee. Er grenzt an die Kantone Uri, Glarus, St. Gallen, Zürich, Zug und Luzern.
Nun ging es Richtung Zug. Von dort aus letztendlich endlich wieder zurück nach Baar.

Erst spät am Abend trafen sie breit grinsend bei uns ein. Spaß hätte es gemacht - sagten sie- obwohl ihr breitbeiniger Gang uns etwas Anderes vermittelte....

Aber auch das konnte sie nicht davon abhalten schon einige Tage später die nächste Tour in Angriff zu nehmen...Die Fahrt ging nun über Altdorf zur 1899 eröffneten Klausenpassstrasse , die von Altdorf aus durch das Schächental und über den Klausenpass (1948 m) nach Linthal im Kanton Glarus führt.

Gemeinsamer Abstecher zum Sattelegg, ein Passübergang im Schweizer Kanton Schwyz. Er befindet sich zwischen den Orten Siebnen und Willerzell, die Passhöhe liegt auf 1'190 m ü.M.

Nachdem sich das Wetter abwechselte, mal Regen, -wo wir dann gemütliche Stunden einlegten-, mal Sonne, unternahmen wir eine gemeinsame Tour zum Sattelegg 1190 m ü.M.

im Kanton Schwyz. Der Pass liegt zwischen Willerzell und Vorderthal, zwischen dem Sihlsee und dem Wägital. Er verbindet somit das Hochtal von Einsiedeln mit dem Wägital. Die Fahrt von Westen hinauf überraschte uns anfangs mit seiner Einfachheit, wobei nach einigen Kilometern Richtung Passhöhe die Steigung bei 8% liegt. Von Osten her ist es auch recht schön zu fahren. Tunnel, Waldabschnitte und eine Staumauer ergeben reichlich Abwechslung. Die eigendliche Paßstrasse fängt dann auch gleich mit Serpentinen mit bis zu maximal 14% an, hat eine Länge von 17km und bis zur Passhöhe lassen noch so einige Kurven das Bikerherz höher schlagen .

Das Wetter wurde plötzlich sehr wechselhaft, die Sonne schien nur noch selten und ständig fing es an zu regnen... Da half nur eins - flüchten! Wir scheuten nicht die 100 Kilometer mit dem Auto um ins Tessin zu kommen. Wir wollten nicht wieder den Tag am Kamin zu verbringen.

"Schnell" rüber über den Gotthard, ins Tessin, das mit 30 Grad im Schatten auf uns wartete!

Für etwas Abkühlung sorgte ein Bad im eiskalten Ticino.

Ein Tagesausflug nach Grindelwald - Klick hier

Das Ende eines wiedermal schönen 3 wöchigen Urlaub's naht...

So auch für uns vier.

Die Heimreise

Nun hat uns der Alltag wieder und es geht ans abbauen...Aber- macht nix- der Aufwand hat sich gelohnt!

Und der nächste gemeinsame Urlaub ist schon geplant!

 

 

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